Der Erfolg wurde uns nicht in die Wiege gelegt und führte manchmal über Umwege. Einer dieser Umwege war die Produktion von Instantkaffee.

Gegründet wurde die Chemische Fabrik Budenheim ursprünglich zur Produktion von Weinstein, damals wichtiger Bestandteil von Backpulver und Produkten der Pharmazie. Die Gewinnung war einfach. Die Weinsäure aus den Stengeln und Blättern des Weinstocks wurde ausgekocht und daraus der Weinstein extrahiert. Aber der Markt war übersättigt und die Gewinnaussichten dadurch mager.

Den Umschwung brachte ein Verfahren zur Herstellung von löslichem Kaffee, das das Unternehmen 1912 erwarb. Dazu wurde Bohnenkaffee in mehreren Extraktionsstufen gekocht, unter Druck ausgelaugt und anschließend die so entstandene konzentrierte Kaffeelauge unter Vakuum getrocknet, gesiebt und in Blechdosen verpackt. Der Pulverkaffee mit Namen "Cefabu" erwies sich als Verkaufsrenner, aufgebrüht soll er sehr wohlschmeckend und von cremig brauner Farbe gewesen sein.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurden die Rohstoffe knapp. Ersatz für Kaffee ließ sich leicht finden. Schwieriger war es beim Weinstein, dessen Produktion nach wie vor weiterlief. Aus den USA wusste man, dass für die Herstellung von Backpulver Natriumpyrophosphat genutzt wurde. Für die innovationsfreudige Unternehmensführung von Budenheim ein Anlass, ein neues Gebiet zu erforschen: Die Herstellung von Phosphaten.