Wertstoffe für die Zukunft sichern

Mit dem neuen ExtraPhos®-Verfahren zur Rückgewinnung von Phosphor setzt Budenheim Maßstäbe im Rohstoffrecycling. Denn viele der als Abfälle bezeichneten Wertstoffströme sind nichts anderes als sekundäre Rohstoffe. Statt diese zu entsorgen, strebt Budenheim mit dem ExtraPhos®-Verfahren ihre Nutzung an und führt Phosphor in den Nährstoffkreislauf zurück. Durch dieses „Upcycling“ schonen wir die weltweiten Ressourcen und helfen bei der Sicherung unserer Lebensgrundlagen.

Doch wie soll das Ganze nachhaltig funktionieren?

Beim patentierten ExtraPhos®-Verfahren lösen wir Phosphor aus Klärschlamm zurück. Klärschlamm ist ein Nebenprodukt der Abwasser-reinigung und enthält viel wertvollen Phosphor. Die Rücklösung erfolgt aufgrund einer pH-Wert-Absenkung durch die Zugabe von Kohlenstoff-dioxid. Im Laufe des Prozesses trennen sich die im Schlamm enthaltenen Wertstoffe von den Schadstoffen. Die zurückgewonnenen Phosphate stehen nun der Rückführung in den Wertstoffkreislauf über die landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung.

Die Vorteile dieses neuen Verfahrens liegen auf der Hand: Denn der einzige Rohstoff, der hier zum Einsatz kommt, ist Kohlenstoffdioxid und das wird im Kreis geführt. Auch braucht es keinerlei zusätzliche Wärmeenergie. Das Verfahren ist daher klimafreundlich und ressourcenschonend.

Das ExtraPhos®-Verfahren lässt sich unter geringen Investitions- und Betriebskosten in allen Kläranlagen einsetzen.

Als Produkt entsteht ein für die landwirtschaftliche Nutzung optimaler Phosphatdünger.

Warum müssen wir Phosphor rückgewinnen

Phosphate sind lebensnotwendige Bestandteile aller Organismen. Fast 90% der weltweit produzierten Phosphate sind ernährungsrelevant. Denn sie fließen vorwiegend in Düngemittel und sichern so die Nahrung für Pflanzen, Tiere und Menschen. Sie sind Teil einer jeden DNA und somit unverzichtbar für Zellteilung und Wachstum. Nach heutigem Stand der Wissenschaft können Phosphate in ihrer Funktionalität nicht durch andere Stoffe ersetzt werden.

Phosphate werden üblicherweise als Phosphatgestein in Minen abgebaut. Je nach Phosphatbedarf in der Zukunft, der Entwicklung der Weltbevöl-kerung und der Qualität der Phosphatgesteine variieren die Schätzungen zur Endlichkeit der Lagerstätten. Es heißt, dass konventionelle Phosphat-lagerstätten unseren Bedarf an Phosphaten noch zwischen 300 bis 400 Jahren decken.

Doch warum holen wir den Phosphor aus dem Klärschlamm?

Einmal gewonnen, gelangen die Phosphate über die Nahrungskette und das Abwassersystem zur Kläranlage und dort in den Klärschlamm. Werden die Klärschlämme nicht direkt landwirtschaftlich verwertet, gilt der in ihnen enthaltene Phosphor als verloren. Aber auch zukünftige Generationen benötigen Phosphate als lebenswichtige Nährstoffquelle.

Die direkte Aufbringung des Klärschlamms auf die Felder wird von Gesetz-gebern, Landwirten und der Nahrungsmittelindustrie wegen der im Klärschlamm enthaltenen Schadstoffe zunehmend als kritisch eingestuft.

Daher braucht es ein Verfahren, das den Phosphor aus dem Klärschlamm extrahiert.

Wie weit ist Budenheim mit dem ExtraPhos®-Verfahren?

Nach abgeschlossener Grundlagenforschung und dreijährigem Betrieb einer Anlage im Technikumsmaßstab bei Budenheim, hat der Bau einer mobilen Pilotanlage begonnen. Diese wird zunächst an der Kläranlage Mainz-Mombach betrieben. Unterstützt wird Budenheim dabei durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und das Land Rheinland-Pfalz. Die Versuche an der Pilotanlage dienen als Grundlage für die großtechnische Umsetzung in weiteren kommunalen Kläranlagen.

Mit dem nachhaltigen und wirtschaftlichen ExtraPhos®-Verfahren schließt Budenheim die bestehende Lücke im Phosphor-Recycling.

 

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